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Weise Worte

 

ImageFernsehen bildet. In einer Dokumentation über Romy Schneider habe ich neulich folgendes gehört: »Steck Deine Kindheit in die Tasche und renne davon, denn das ist alles, was Du hast!« Diesen schönen Rat erhielt die tragische Schauspielerin ausgerechnet von ihrem Vater, Wolf Albach-Retty, nachdem sie ihre erste Rolle bekommen hatte. Allerdings ist diese Erkenntnis wohl nicht auf seinem eigenen Mist gewachsen. Mehrere Quellen geben Theaterlegende Max Reinhardt als Urheber dieser Zeilen an. Fest steht, dass von Reinhardt folgender, nicht unähnlicher Satz überliefert wurde: »Das Theater ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.«

Bonmots wie diese haben mir schon immer gefallen. Den Ausschlag gab vielleicht Hans-Joachim Kulenkampffs Sendung »Nachtgedanken«, die vor über drei Jahrzehnten zu mitternächtlicher Stunde ausgestrahlt wurde. Mit einem dicken Wälzer in der Hand, auf dem er hinter ebenso dicken Brillengläsern herabschaute, erklärte Kulenkampff allen Nachtschwärmern und Schlafgestörten die Welt. Eine Rolle, in der er sich schon immer gut gefiel.

Fünf Jahre lang las er dem insomnen Fernsehvolk rund 5000 Lebensweisheiten von Goethe und Schiller bis Kästner und Ringelnatz vor, die kaum länger als drei Minuten dauerten (die Aufmerksamkeitsspanne war damals etwas länger). Natürlich war dies abgefilmtes Radio. Doch das Format gefiel mir, da man nebenbei andere Sachen machen konnte. Während ich in Nachtarbeit erste Illustrationsaufträge erledigte, war es die ideale Geräuschkulisse. Später erfuhr ich, dass es sich hierbei um »Aphorismen« handelte, die vor vielen Jahrzehnten hoch im Kurs standen. Besonders Schriftsteller liebten es, mit ein paar pointierten Worten einen komplexen Sachverhalt auf den Punkt zu bringen.

Der Spitzenreiter auf dem Gebiet war sicher Oscar Wilde, dessen literarische Hinterlassenschaft mindestens doppelt so voluminös gewesen wäre, wenn er sein Pulver nicht auf diversen Partys verschossen hätte. Zum Glück war immer jemanden da, der nüchtern genug blieb, um alles mitzuschreiben. Sprüche wie »Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen!« und besonders »Ich bin gerne der einzige, der redet – das erspart Zeit und verhindert Streitereien.« sind bis heute unerreicht und zum Leidwesen meiner Umgebung fast so etwas wie ein Lebensmotto geworden.

Verglichen mit Wilde waren die Erkenntnisse späterer Generationen eher ärmlich. »Ein mündlicher Vertrag ist nicht das Papier wert, auf dem er geschrieben ist«, von Filmproduzent Samuel Goldwyn war zumindest noch amüsant. Spätere Talkshow-Weisheiten, wie etwa »Der (bitte N-Wort eintragen) schnackselt halt gerne«, von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis konnten dagegen nicht wirklich mithalten.

Heute findet man weise Worte eher im Alltag. »Wer morgens aufwacht und keine Rückenschmerzen hat, ist entweder unter vierzig oder tot«, bemerkte eines Tages eine meiner Verflossenen. Wahrscheinlich habe ich sie gerade wegen solcher Gedanken geliebt. Auch die Bäckereifachverkäuferin von nebenan ist eine Quelle nie enden wollender Weisheiten.

Das große Comeback der Aphorismen kam mit Twitter. Gerade die Begrenzung von 140 Zeichen je Tweet schien viele User zu inspirieren, eigenes krauses Gedankengut abzusondern. Einiges von dem, dass ich las, fand ich höchst amüsant. So amüsant, dass ich twitternden Freunden gern mit eigenen Ideen aushalf. Eine meiner kreativen Höchstleitungen war sicher »Ironie ist, wenn der Landwirtschaftsminister ein Bäuerchen macht.«

Zugegeben, es gibt tiefschürfendere Gedanken – und genau das ist die Misere. Was derzeit im Internet verbreitet wird, fand man vor vielen Jahren an den Wänden jeder gut besuchten Herrentoilette. Nur diese Einsicht und meine sprichwörtliche Bescheidenheit halten mich davon ab, einen eigenen Twitter-Account einzurichten. Material hätte ich genug. Vor allem seit ich mich auf dem absteigenden Ast befinde, werden meine Lebensweisheiten immer rührseliger – besonders, was die eigene, nicht allzu ferne Zukunft betrifft: »Das Leben ist wie ein Rockkonzert. Während einige gegen Ende hin bereits ihre Sachen packen und sich in Richtung Ausgang bewegen, warten andere noch auf eine Zugabe.« Ich hoffe, es wird nicht ganz so schlimm.

Sätze wie diese schreien gerade danach, auf die Menschheit losgelassen zu werden. Allerdings nicht via Twitter, sondern in Form chinesischer Glückskekse.

Ganz grosse Literatur

 

ImageWas ist nur aus »Käpt'n Nuss« und »Blendi« geworden, frage ich mich oft. Der wackere Käpt’n begegnete mir zuallererst in den Regalen der Supermarktkette »Wasmund«. Meine Mutter, die kein ausgeprägtes Markenbewusstsein besaß, war der Ansicht, dass es eigentlich egal sei, mit welcher Schoko-Pampe meine Schwester und ich uns die Milchzähne ruinieren. Käpt'n Nuss war nicht nur wesentlich günstiger, als der Marktführer Nutella, sondern bot zudem allerlei Gedöns, dass sich im Inneren der gelben Plastikschraubverschlüsse der Gläser befand. Dazu war Käpt'n Nuss laut Fernsehwerbung ein kerniger Seemann, der sich mit Piraten und vergrabenen Schätzen rumschlug, was ihn noch sympathischer machte. Singen konnte er auch: »Potzblitz, wie gut schmeckt mit Genuss die Nougat-Creme fürs Brot!«. Die langweiligen Spots der Marke Nutella waren dagegen ganz auf Mütter ausgerichtet und boten goldig-grinsende Kindergesichter en masse.

Um den Schaden der zuckersüßen Nuss-Nougat-Creme wieder auszugleichen, kam in unserem Haushalt eine andere Werbefigur ins Spiel: Der Biber »Blendi«, der sein Konterfei einer ebenso süßen Kinder-Zahnpasta mit Erdbeergeschmack lieh. Meine Mutter musste mich stets ermahnen, das Zeug beim Zähneputzen nicht herunterzuschlucken, so lecker schmeckte es. Auf der Verpackung konnte man sogar Comics lesen, die »Biba« Blendi im Kampf mit einem Schurken namens Korx zeigten, der es auf unser kindliches Kauwerkzeug abgesehen hatte. Während Blendi noch heute seinen unermüdlichen Kampf gegen Karies fortsetzt, musste Käpt'n Nuss irgendwann die Segel streichen.

Figuren wie Käpt’n Nuss und Blendi gab es in meiner Kindheit in Hülle und Fülle. In Sachen Fußbekleidung beispielsweise kamen für mich nur Schuhe aus dem Hause Salamander infrage, denn in jedem Schuhkarton befand sich eine neue Ausgabe von »Luchis Abenteuer«. Die seit 1937 erscheinenden Hefte handelten vom Salamander Lurchi, seinem Kumpel Hopps, dem Frosch, Igelmann, der Kröte Unkerich und anderen Getier. Jede Ausgabe endete mit dem Satz: »Lange schallt's im Walde noch: Salamander lebe hoch!« Ich ahnte schon damals, dass einige dieser Hefte steinalt waren. Ich mochte sie trotzdem.

Die meisten Werbefiguren traf man jedoch auf dem Bildschirm. Die wohl berühmteste war das HB-Männchen der gleichnamigen Zigarettenmarke, das ständig in die Luft ging. Doch es gab etliche mehr: Da waren die Reinlichkeitsfanatiker Poliboy, Meister Propper, oder Klementine sowie der nicht minder mysophobische Weiße Riese. Dazu sah man eine Vielzahl namenloser Viecher, wie den Esso-Tiger, den Bärenmarke-Bär, den Bausparfuchs von Wüstenrot oder den Erdal-Frosch. Vor allem gab es Kunstfiguren in Menschengestalt, wie Klementine, die Wäsche-Expertin von Ariel, die käseblonde Frau Antje aus Holland, die freundlich lächelnde Jacobs-Kaffee-Tante Frau Sommer und den paffenden Marlboro-Mann. Am liebsten war mir Georg Thomalla, der als Butler Tommy etliche Damenkränzchen mit Verpoorten-Eierlikör abfüllte. Das gelbe Zeug sah lecker aus, fand ich. Vor allem in Schokobechern. Wenn Eierlikör nur nicht so uncool gewesen wäre! Am exotischsten waren die lasziven Afri-Cola-Nonnen, die vom legendären Fotografen Charles Wilp ersonnen wurden. An den Reaktionen meiner Eltern konnte ich erkennen, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Nur leider wusste ich damals nicht welche.

Allein die Werbesprüche jener Zeit waren unvergesslich: »Haribo macht Kinder froh (und Erwachsene ebenso)«, »Mutti, Mutti, er hat überhaupt nicht gebohrt!« und »Haben Sie heute schon geschweppt?« sind aus meiner Sicht ganz große Literatur.

Ich selbst hätte wohl nur Produkte gekauft, die ich vorher im Fernsehen gesehen hatte. Meine Mutter, die beim Einkaufen stets das letzte Wort hatte, dachte bedauerlicherweise anders: »So ein Nepp!«, lautete ihr vernichtendes Urteil. Sie war gegen jegliche Verlockungen der Medien immun. Klischees oder verlogene Fernsehwelten entlockten ihr bestenfalls ein müdes Grinsen – viel öfter jedoch einen ätzenden Spruch.

Meine Mutter hätte nie ihre Hände von der aufdringlichen Maniküre Tilly in Palmolive einweichen lassen, ADO-Gardinen (die mit der Goldkante) von Marianne Koch gekauft oder gar die freundliche Avon-Beraterin in ihr Haus gelassen.

Ihre Skepsis war nicht unbegründet. Später erfuhr ich, dass drei der Marlboro-Männer an den Folgen ihres Tabakkonsums gestorben waren. Die Waschfrau der Nation, Klementine, las ich, war in Wirklichkeit eine Schauspielerin namens Johanna König. 16 Jahre lang verkörperte sie die Fleisch gewordene Reinheit und bekam als Dankeschön zwei monatliche Päckchen Ariel auf Lebenszeit. Dr. Best hingegen war kein Schauspieler, sondern tatsächlich ein in Chicago praktizierender Zahnmediziner. Mit der Marke »Dr. Best« hatte er ansonsten nichts zu tun. Dr. Earl James Best wurde von der Werbeagentur Grey des Namens wegen ausgewählt, um weltweit biegsame Zahnbürsten zu verschachern, die er werbewirksam an Tomaten testete. Für ihn sicher ein nettes Zubrot. Seiner Praxis wird es auch nicht geschadet haben. Nachdem der gute Mann verstorben war, gab man sich im Hause Grey mit Schauspielern zufrieden.

Solche Werbefiguren sind seltener geworden. Schon vor der Postmoderne wirkten sie etwas altmodisch. Nur in der Süßwarenbranche sind sie noch immer beliebt, denn Kinder lieben es, wenn sie ein Produkt mit einem Gesicht verbinden können. Als ich im Auftrag einer großen Werbeagentur Figuren für Cerealien und allerlei Süßkram entwarf, hatte ich fast das Gefühl, dass sich der Kreis geschlossen hat. Mir machten die Jobs großen Spaß, denn die Werbewelt übte stets eine große Faszination auf mich aus: Kreative und halbseidene Hackfressen arbeiteten Schulter an Schulter. Das verlieh dem Ganzen eine interessante Dynamik und schulte zudem die Menschenkenntnis. Doch alles war gut.

Zumindest so lange, bis ich eines Tages für eine neue Agentur eine Figur für einen weiteren Schokoriegel entwerfen sollte. Die Leute dort waren sehr gewissenhaft. Was für eine Biografie könnte der grinsende Bengel auf dem Skateboard haben? Aus welchem Milieu stammte er? Was hatte er für Eltern? Wie sah sein Schulalltag aus? So ungefähr wäre es, wenn Robert De Niro seinen Beruf gewechselt hätte, um in einer Werbeagentur zu arbeiten, dachte ich. Es war die »Lee Strasberg School of Method-Marketing« – betrieben von Leuten, die ihren Job ohne einen Hauch von Ironie ausübten. Mir allerdings versaute es den Spaß, denn für mich waren Werbefiguren schon lange nichts anderes mehr als … Nepp.

Feelerkultur

 

ImageDie gute Nachricht für alle gescheiterten Existenzen: Wer Pech hat, muss sich nun nicht mehr als Versager fühlen, denn unlängst wurde entdeckt, dass Scheitern eigentlich nur ein unbedeutender Markstein auf der Straße zum Erfolg ist. »Fehlerkultur« nennt man so etwas. Oft entstehen aus Fehlern neue Ideen oder Verbesserungen. Sagt man. Und außerdem: Lernen wir nicht alle nur aus Fehlern? Schön wär's!

»Dumme und Gescheite unterscheiden sich dadurch, dass der Dumme immer dieselben Fehler macht und der Gescheite immer neue«, behauptete Kurt Tucholsky, der einst an einer Überdosis Barbiturate starb. Diese Überdosierung war, laut seines Biografen Michael Hepp, vermutlich ein Fehler.

Wenn Scheitern plötzlich toll ist, muss Erfolg zwangsläufig etwas Schlechtes sein. Besonders natürlich der Erfolg der anderen. Ein echter Pionier in Sachen Fehlerkultur war der Filmhistoriker Joseph McBride mit seinem Buch »Frank Capra: The Catastrophe of Success«. Hier wird ausführlich geschildert, dass Ruhm und Reichtum dem Erfolgsregisseur Frank Capra gar nicht guttaten. Das Buch hat (wie bereits der Titel vermuten lässt) kein Happy End. Wer ganz oben weilt, lernt man, findet sich zwangsläufig irgendwann auf dem absteigenden Ast wieder, denn eine andere Wegrichtung gibt es auf dem Gipfel leider nicht.

Zudem liegt die wahre Kompetenz des Menschen sowieso eher im Scheitern. Das fängt an, wenn man als Kleinkind schon beim ersten Gehversuch auf der Fresse landet und endet wahrscheinlich erst, wenn man auf der eigenen Beerdigung versehentlich aus dem Sarg kippt. Scheitern lernen hilft unsere Frustrationstoleranz zu stärken, behaupten Pädagogen sogar. Man lernt, mit Enttäuschungen umzugehen, ohne dabei aggressiv oder depressiv zu werden. So geschult sind wir im Scheitern wahre Profis, während uns Erfolgssituationen völlig aus der Bahn werfen können. Selbst ich (wer hätte das gedacht?) kann bestätigen, dass sich Erfolg selten so anfühlt, wie man es erhofft hatte.

Zu diesem Thema fällt mir sofort Peyo, der geistige Vater der »Schlümpfe« ein. Sein Leben lang wollte Peyo, alias Pierre Culliford, Comiczeichner werden. Mit der komischen Ritterserie »Johan et Pirlouit‎«, die im belgischen Magazin »Spirou« erschien, erfüllte sich sein Traum. Zumindest so lange, bis er in einer seiner Geschichten ein paar blaue Zipfelmützenträger im Zwergenformat auftreten ließ. Die Schlümpfe waren ein echter Überraschungserfolg. Sofort drängte der Verlag, mehr Seiten zu produzieren. Peyo war irgendwann so sehr mit den blauen Knirpsen ausgelastet, dass er »Johan et Pirlouit‎«, an denen eigentlich sein Herz hing, aufs Abstellgleis schieben musste.

Seine unermüdliche Arbeitswut blieb nicht ohne Konsequenzen. Mit vierzig hatte er eine erste Herzattacke, wenige Jahre später platzte ein Magengeschwür, an dem er fast verblutet wäre, und das Diabetes zur Folge hatte. Eine amerikanische Trickfilmversion, die seine Figuren endgültig zum bloßen Merchandisingobjekt degradierte, machte ihn am Ende zum Multimillionär. Alte Freunde und Kollegen sah er nur selten, denn wegen der Steuer siedelte er in die Schweiz um. Aus dem einstigen Zeichner war ein gestresster Geschäftsmann geworden, der sich öfter in Konferenzräumen aufhielt, als in seinem Studio. Folgerichtig starb er im Alter von nur 64 Jahren zu Weihnachten an einer Herzattacke. »Die Schlümpfe haben ihn bei lebendigem Leib aufgefressen«, kommentierte sein Freund und Kollege André Franquin.

Ähnlich ging es seinem amerikanischen Kollegen Kevin Eastman. Die »Teenage Mutant Ninja Turtles«, die er mit seinem Kumpel Peter Laird im Selbstverlag herausbrachte, machten die beiden Newcomer zu Millionären. Dumm war nur, dass sie fortan sämtliche Zeit mit Anwälten und Agenten verbringen mussten, statt kreativ zu sein. Wenn es nicht um neue Verträge ging, musste man sich mit irrwitzigen Klagen auseinandersetzen, die ihnen nun tagtäglich ins Haus flatterten. Sein schöner, neuer Zeichentisch blieb daher ungenutzt. Anders als Peyo erfreut sich der kerngesunde Eastman jedoch noch immer seiner Millionen. Er kaufte sein Lieblings-Comicmagazin »Heavy Metal«, beschäftigt seit langem eine Horde Zeichner und heiratete den Softporno-Star Julie Strain.

Erfolg kann also auch gut ausgehen. Da ich allerdings ein sehr vorsichtiger Mensch bin, vermeide ich ihn, so gut ich nur kann.

Filmtitel zum Verlieben

 

ImageFrüher waren deutsche Filmverleiher richtig kreativ. Aus einem Dean Martin-Krimi von 1975, der in den USA als »Mr. Ricco« herauskam, wurde so »Was nützt dem toten Hund ein Beefsteak?«. Danach hat Martin nie wieder eine Hauptrolle übernommen. Besteht da ein Zusammenhang? Dem B-Film »Mr. No Legs« (der Bösewicht des Films sitzt im Rollstuhl), verpasste man in Deutschland den sinnfreien Titel »Zigarren werden nachts gerollt«. Es ist einer der schlechtesten Filme, die je im Spätprogramm der Öffentlich-Rechtlichen versendet wurden.

Blöde Filmtitel haben in Deutschland eine lange Tradition. Bereits 1931 nannte man hier den Greta Garbo-Klassiker »Susan Lennox« einfach »Helgas Fall und Aufstieg«. Wer sich so etwas ausdenkt, schreckt natürlich auch vorm Nationalsozialismus nicht zurück. Leider ist es später nicht besser geworden: Aus dem Elvis-Film »Love Me Tender« wurde 1956 kurzerhand »Pulverdampf und heiße Lieder«. »Kissin' Cousins«, ein anderes Elvis-Erzeugnis, hieß bei uns »Die wilden Weiber von Tennessee«.

Sogar die Beatles hatten unter solchen Kreativleistungen zu leiden. Man denke nur an ihren zweiten Film »Hi-Hi-Hilfe!«. Besonders schön sind auch die eingedeutschten Titel vieler Peter Sellers-Filme. Mit »Revenge of the Pink Panther« konnten die Leute vom deutschen Filmverleih 1978 offenbar nichts anfangen. Viel besser fanden sie »Inspektor Clouseau – Der irre Flic mit dem heißen Blick«. Auch die Fans von Bud Spencer und Terence Hill mussten viel erdulden. Aus »... Più forte ragazzi!« (was ungefähr »... stärker, Jungs!« bedeutet) machte man »Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle«. Der Film war trotzdem ein riesiger Erfolg, denn solche Kleinigkeiten störten damals keinen großen Geist.

Spitzenreiter der blödesten Filmtitel aller Zeiten ist bis heute »O Vater, armer Vater, Mutter hängt dich in den Schrank und ich bin ganz krank« von 1967. Ausgerechnet hier blieb man in der BRD ungewohnt nah an der Vorlage, denn im Original hieß der Streifen: »Oh Dad, Poor Dad, Mamma's Hung You in the Closet and I'm Feelin' So Sad«. Der Regisseur des Films beging übrigens später Selbstmord.

Heute neigt man dazu einen englischen Titel einfach gegen einen anderen englischen Titel auszutauschen. Es klingt halt so cool. Aus dem Liam Neeson-Actionkracher »Taken« wurde »96 Hours«. »Cradle 2 the Grave« taufte man in »Born 2 Die« um. »Made in Dagenham« hieß plötzlich »We want Sex«. Auch »Return of the First Avenger« ist für den gemeinen Deutschen offenbar besser verständlich als »Captain America – The Winter Soldier«. Doch selbst so etwas setzt eine gewisse Kreativität voraus.

Es geht auch anders: Was haben »Ein Concierge zum Verlieben« (1993), »Ein Gorilla zum Verlieben« (1995), »Eine Hochzeit zum Verlieben« (1998), »Ein Chef zum Verlieben« (2002), »Ein Trauzeuge zum Verlieben« (2005) und »Ein Bestseller zum Verlieben« (2014) gemeinsam? Gar nichts, außer einen phantasielosen Namensgeber. Wer sucht, findet mühelos mindestens 15 weitere Filmtitel »zum Verlieben«. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Der letzte Streich war »Ein Mops zum Verlieben« von 2018. Vielleicht in diesem Fall gar keine schlechte Wahl, denn die Fortsetzung könnte »Zwei Möpse zum Verlieben« heißen.

Noch größerer Beliebtheit erfreuen sich Filme mit der Endung »für Anfänger«. Angefangen hatte es wohl mit der dänischen Komödie »Italienisch für Anfänger« die sich im Jahr 2000 überraschend zum Kinoerfolg mauserte. Klar, dass da sofort nachgelegt werden musste: »Kidnapping für Anfänger« (2000), »Französisch für Anfänger« (2006), »Sterben für Anfänger« (2007), »New York für Anfänger« (2008), »Englisch für Anfänger« (2012), »Türkisch für Anfänger« (2012), »Ostfriesisch für Anfänger« (2016) und »Enkel für Anfänger« (2020). Bei über 25 Filmen, die nichts miteinander zu tun haben, folgte man diesem Muster. Momentan läuft »Online für Anfänger« im Kino, der in seinem Herkunftsland »Effacer l'historique« heißt. Man sieht: Unsere Welt ist langweiliger geworden. Die Zeiten, in denen »Tequila!« (1973) zu »Fuzzy, halt die Ohren steif!« wurde, sind eindeutig vorbei.

America the Beautiful

 

ImageHatte ich nicht an dieser Stelle erwähnt, dass demnächst ein neues Projekt erscheint? Nun ist es soweit. Natürlich hatte es ganz harmlos angefangen. Wie so oft palaverten mein Kollege Herr Reichard und ich am Telefon über Bücher, die wir gern schreiben würden. Nur so aus Spaß, versteht sich.

Dabei hätten wir eigentlich wissen müssen, dass aus Spaß ganz schnell Ernst werden kann. Diesmal allerdings wollten wir andere Autorinnen und Autoren mit an Bord holen und als Herausgeber tätig sein. Auch das klang noch nach Spaß. Ein paar Wochen später war ich dabei den ersten Text zu schreiben – und schon begann der Ernst.

Eine Anthologie über unsere amerikanischen Lieblingsschriftsteller sollte es werden. Allerdings aus möglichst subjektiver Sicht, denn unsere ersten Lieblingsbücher sind wie unsere erste Liebe: Andere Menschen mögen vielleicht über diese Objekte unserer Zuneigung lächeln oder die Nase rümpfen; wir allerdings halten unbeirrbar an unserer Hingabe fest. Zumindest eine Zeit lang. Danach landen die einstigen Lieblinge oft in der hintersten Ecke unseres Bücherregals, oder noch schlimmer, im Altpapiercontainer. Eines jedoch ist sicher: Man vergisst sie nie. Schön ist es allerdings, wenn man später feststellt, dass man eigentlich einen ganz guten Geschmack hatte. Und schon sind wir wieder beim Thema.

Bei mir war es Harlan Ellison. Bei Herrn Reichard T.C. Boyle. Amerikanische Schriftsteller wie sie haben unser Leben entscheidend geprägt. Ähnlich erging es unseren Mitstreitern. Ihre Texte befassen sich mit höchst unterschiedlichen US-Schriftstellerinnen und Schriftstellern, von denen mir einige sogar unbekannt waren. Die Bandbreite reicht dabei vom Klassiker J.D. Salinger bis zur Newcomerin Tomi Adeyemi. 

Das Interessante bei fast jedem Buch ist, dass es irgendwann ein Eigenleben entwickelt und sich in Richtungen bewegt, die man nicht vorhergesehen hatte. Zudem muss man sich als Herausgeber mit den diversen Persönlichkeiten der Kollegen auseinandersetzen. Für Herrn Reichard und mich war dies eine ganz neue Erfahrung. Die vielen unterschiedlichen Ansätze aller Beteiligten haben uns jedoch sofort beeindruckt. Und das Schönste: Bei aller Ernsthaftigkeit ist auch der Spaß nicht zu kurz gekommen. Hoffen wir.

»Die Entdeckung Amerikas. Liebeserklärungen an die US-Literatur.« erscheint am 18. Oktober im Reiffer Verlag. Mit Einleitungstexten von T.C. Boyle und Joey Goebel. Die 17 Illustrationen stammen von mir. Mehr darüber gibt es demnächst.

Sex & Gewalt

 

ImageRobert E. Howard, der geistige Schöpfer des Barbaren »Conan« schilderte gern detailliert, wie Arme abgehackt, Körper durchbohrt und Schädeldecken zerquetscht werden – und ich spreche hier nur von seiner privaten Korrespondenz.

Offenbar hatte das pummelige Muttersöhnchen aus Cross Plains, Texas, nie viel Erfolg beim anderen Geschlecht, was zur Folge hatte, dass er in seinem Leben eine Menge kompensieren musste. Das äußerste seiner (Lust-)Gefühle waren »glühende Lenden«, die Männer in seinen Geschichten beim Anblick einer halbnackten Frau bekamen. Darauf beschränkte sich das Sexualleben seiner Figuren allerdings schon. Gewalt war offenbar mehr sein Ding. Als Muttern starb, schoss sich der dreißigjährige Vielschreiber folgerichtig eine Kugel in den Kopf.

Ganz anders Charles Bukowski. Wenn er eine nackte Frau beschrieb, hatte sie an exponierter Stelle garantiert Pickel, oder eine Warze, auf der sich einige Haare kräuseln. Die Bettlaken waren von diversen Flecken unbestimmter Herkunft übersät und beim Höhepunkt wurde auch mal gefurzt. Bukowskis Schilderungen von Sexualität waren fast so ernüchternd, wie die Realität selbst (wenn man ein gewisses Alter überschritten hatte).

Sex und Gewalt hat uns schon immer fasziniert. Wahrscheinlich, weil wir uns bereits als Neandertaler die Schädel einschlugen, um diese vermaledeite Fleischeslust zu befriedigen. Doch obwohl sich die Autoren bei der Schilderung von Brutalitäten jeglicher Art selbst übertreffen, scheint es mit der Sexualität weniger einfach zu sein.

Schnell wird klar, ob der Schreiber von der Materie nicht die geringste Ahnung hat, wie eben Robert E. Howard, oder es sich um einen ausgebufften Veteranen handelt, wie Bukowski, der im Liebesakt nichts anderes mehr sehen kann, als das Absondern verschiedenster Körperflüssigkeiten. Die Schilderung selbst ist in vielen Büchern von unfreiwilliger Komik, wie zum Beispiel bei Norman Mailer, der in seinem Buch »Frühe Nächte«, das im alten Ägypten spielt, den Helden seinen »Obelisken« auspacken lässt, während Gott Seth über ein Salatfeld masturbiert. Im alten Gallien wäre der Obelisk vielleicht ein Hinkelstein gewesen.

Sex verunsichert uns. Fast immer wechselt im Buch urplötzlich den Erzählstil, falls es »zur Sache« geht. Wie bei einem alten Hollywoodstreifen, wenn bei einer leidenschaftlichen Umarmung plötzlich aus dem Off ein Saxofon ertönt. Nie werden so oft Klischees bemüht, wie beim Sex. Regisseur Alfred Hitchcock ließ am Ende eines seiner Filme einen Zug in einen Tunnel fahren. Stolz erzählte er der Hauptdarstellerin vom Symbolcharakter dieser Szene. Darauf sie: »Oh, Du meinst sie ficken?« Er arbeitete nie wieder mit ihr.

Doch wie beschreibt man etwas, über das man nicht spricht? Will man originell sein, wird es rasch albern, bleibt man jedoch auf dem Boden der Tatsachen, wirkt das Ganze unter Umständen wie die Gebrauchsanweisung eines Toasters.

Manche Autorinnen schreiben beispielsweise von einer ominösen »Lustgrotte«, in der offenbar viel Verkehr herrscht. Was für die einen sexy klingt, ist für andere albern – und umgekehrt. Die meisten Autoren mogeln sich jedoch heraus. Sie hören beim leidenschaftlichen Kuss auf, um am »Morgen danach« anzuknüpfen. So ist man garantiert auf der sicheren Seite. Und außerdem: Was sollen die Nachbarn denken?

Die beste Fusionierung von Sex und Gewalt lieferte wohl J. G. Ballard mit seinem Roman »Crash«. Hier führen Menschen für den ultimativen sexuellen Kick absichtlich Unfälle herbei. Traum der Hauptfigur ist ein Frontalunfall mit Elizabeth Taylor. Am Ende stirbt er bei einer Kollision mit einem Touristenbus. Dann schon lieber die haarigen Warzen von Charles Bukowski. Mir persönlich gefällt folgende hocherotische Schilderung von Kurt Vonnegut am Besten: »Er steckte ihr seine Zunge in den Hals und ejakulierte in ihren Geburtskanal.« So kann’s kommen.

Wortmax goes print

 

ImageFast immer, wenn man auf der Buchmesse Autoren trifft, ist von einem Projekt die Rede, »für das sich sowieso kein Verlag interessiert«. Im Grunde ist das ein trauriger Moment. Denn viele dieser Projekte klingen hochinteressant, nur werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit nie umgesetzt. Durch stetig sinkende Verkaufszahlen verunsichert, setzen Verlage immer mehr auf Altbewährtes. Von der Experimentierfreude vergangener Jahrzehnte ist immer weniger zu spüren.

Dabei war es nie so einfach Bücher zu publizieren. Die nötige Software haben viele auf dem Rechner. Dazu gibt es unzählige Druckereien, die potentielle Autoren von Kleinstauflagen als Zielgruppe anvisieren. Die Hersteller von eBooks haben es sogar noch einfacher. Die sozialen Medien ersetzen dabei Vertreter und Presseabteilung. Das verlegerische Risiko liegt hier bei Null. Kein Wunder, dass »crossmediales Publizieren« in aller Munde ist.

Branchenkenner werden spätestens jetzt müde lächeln, denn erfahrene Schriftsteller scheuen dieses Risiko. Sie wissen, dass Herstellung, Werbung und Vertrieb eines Buches wesentlich einfacher ist, wenn man einen Verlag im Rücken hat, zumal wenn dieser mit gutem Ruf der Veröffentlichung ein Gütesiegel verleiht. Und doch gibt es Autoren, die diesen Schritt bereits gewagt haben; beispielsweise ihren Backkatalog im Selbstverlag herausbringen und auf ihrer Website bewerben. Schließlich ist jedes verlagsvergriffene Buch für den Schriftsteller totes Kapital.

Nach zwölf Jahren wortmax haben wir uns entschlossen selbst die Arena des crossmedialen Publizierens zu betreten. Viele in unserem Team haben auf dem Gebiet der Buchherstellung langjährige Erfahrung und bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Warum nicht dieses Wissen nutzen, um eigene Lieblingsprojekte umzusetzen, dachten wir uns.

Das erste Buch der edition wortmax ist ab sofort erhältlich. Es trägt den schönen Titel »Ist Götterspeise Blasphemie?« und enthält Texte von Karsten Weyershausen. Einige dieser Texte wurden bereits auf unserer Website veröffentlicht. Für die Buchversion wurden sie allerdings überarbeitet und ergänzt.

Wir sind gespannt, wie dieser Versuchsballon angenommen wird. Wir möchten in unserer neuen edition wortmax Bücher herausbringen, die uns besonders am Herzen liegen und mit der Geschichte unseres Blogs verbunden sind. Schauen wir mal, wie sich das Ganze entwickelt.

Endstation Sofa

 

ImageDer erste Eindruck ist oft der entscheidende. Mein erster Eindruck von der Welt der Malerei war ein Alpenpanorama, das bei meinen Eltern über dem Sofa hing. Bei meinen Großeltern sah man ein ähnliches Bild, welches sogar einen röhrenden Hirsch bieten konnte. Meine andere Oma hatte dagegen Drucke von Margaret Keane im Flur hängen. Ich erinnere mich besonders an ein glubschäugiges Kind mit einer Blume in der Hand.

Etwas gehobener ging es beim Zahnarzt meiner Mutter zu, dessen Wartezimmer-Wände impressionistisch angehauchte Venedigimpressionen zierten. Der Clou war aber ein Ölgemälde, das über dem Ehebett meiner Tante Elfriede hing: ein Engel, der in sturmgepeitschter Nacht zwei Kinder über eine Brücke geleitet. Kein Wunder, dass sie nie Nachwuchs hatte. Auch ich hatte Alpträume, wenn ich auf Familienfesten in diesem Bett schlafen musste.

Alpine Bergpanoramen kamen zum Glück irgendwann aus der Mode. Später besuchte ich einen Freund, der alle Altenheime der Region abklapperte, um solche Ölschinken zu ergattern. Eines seiner Zimmer war vom Boden bis zur Decke komplett mit der Flora und Fauna der heimischen Bergwelt bedeckt. In dieser Massivität wirkte so etwas schon wieder beeindruckend. Über die ästhetischen Irrungen und Wirrungen meiner Sippe konnte ich nur lachen. An meinen Wänden fristen ausschließlich alte Filmplakate, die ich mit Tesa befestigte, ihr Gnadenbrot: Star Wars, Godzilla und ähnliche cineastische Leckerbissen.

Später traf ich immer wieder Menschen, die ihre Kunst direkt im Möbelhaus kauften – passend zum Sofabezug. Was dort hing, war ihnen irgendwie egal. Nur geschmackvoll sollte es sein. Was bedeutet: möglichst neutral und langweilig. Man will ja schließlich niemanden aufregen. Kaufhauskunst nennt man das wohl. Im Grunde ist es die Fortsetzung der Wohnzimmertapete mit gehobenen Mitteln. So tragen wir unser eigenes Kunstverständnis tagtäglich auf unseren Wänden zur Schau.

Pech für alle Künstler, die Verstörendes auf die Leinwand bringen. Vor ein paar Jahren malte einer meiner Freunde eine ganze Serie sogenannter »Cum Shots«. Zuerst vermutete ich, es handele sich um Frauen, die unter der Dusche stehen. Dann erkannte ich, dass es sich um eine andere Flüssigkeit als Duschgel handelt. So ein Bild hätte ich gern in meiner Wohnung. Wenn ich eine Party geben würde, wäre für jede Menge Konversation gesorgt. Zudem wäre es schön, alle Menschen zu schockieren, die sich von avantgardistischen Motiven brüskiert fühlen. Kunst sollte schließlich aufrütteln, nicht einschläfern. Eine meiner Verflossenen sagte einst: »Das schlimmste Verbrechen, das man begehen kann, ist mich zu langweilen«. Recht hat sie. Dass sie es sagte, bevor sie ihren Kram packte und mich verließ, ist natürlich eine andere Geschichte.

Zuerst dachte ich, mein Freund würde mit diesen »Cum Shots« den großen Durchbruch schaffen. Doch dem war leider nicht so. Die breite Masse mag lieber Drucke alter Meister, antike Fotos von Bauarbeitern, die in höchsten Höhen auf Stahlträgern frühstücken, Fotos von Sonnenuntergängen, Babys oder noch besser: Katzenbabys. Die Romantiker unter uns hängen sich Bildnisse von Einhörnern, Wasserfällen und schillernden Regenbögen übers Sofa. Weil der Blick von dort aus sowieso meist Richtung Fernseher schweift, ist das nicht weiter tragisch.

Auch ich habe Kaufhauskunst in meiner Wohnung. In meiner Küche, dem Raum also, in dem ich mich am wenigsten aufhalte, hängen zwei Bilder aus dem Hause Ikea. Ich habe mir nie die Mühe gemacht, die – höchst geschmackvollen – Fotos, die sich in den Rahmen befinden, auszutauschen. Und ich liebe die entsetzten Blicke meiner unangepassten Freunde, wenn sie meine Küche betreten.